
90 Min. · Vegetarisch · Hauptgang · Für Geübte
Inarizushi
Auf Englisch: Inari sushi
Für 4 Personen · metrisch
Süß-salzig geköchelte Tofutaschen, gefüllt mit Sesam-Sushireis
Inarizushi sind Sushi ohne Rollmatte: frittierte Tofutaschen werden in Dashi, Sojasauce und Mirin weich geköchelt, bis sie den süß-salzigen Sud aufgesogen haben, und dann mit gesäuertem Reis gefüllt. Man isst sie bei Zimmertemperatur, aus der Hand, und genau deshalb sind sie ein Klassiker für die Bentobox – zu jeder Jahreszeit. Die Gesamtzeit beträgt rund 90 Minuten; wer die Taschen am Vortag köchelt, verkürzt den Aufwand am Serviertag.
Zutaten
- 450 gungekocht, mehrfach gewaschen und abgetropftJapanischer Rundkornreis, oft als Sushireis verkauft, der beim Kochen weich und leicht klebrig wird.Ersatz: Kalifornischer Mittelkornreis kommt ihm sehr nahe und ist oft günstiger. Milchreis ist zwar auch ein Rundkornreis, wird aber zu weich und breiig, und Risottoreis behält einen festeren Kern; beides ist nur eine Notlösung, Langkornreis wie Basmati oder Jasmin klebt nicht und passt nicht.Mehr dazu
- 6Frittierte Tofutaschen (Aburaage)halbiert ergeben 12 Taschen; alternativ 12 fertig gewürzte Inari-Taschen
- 60 mlungewürzt, für den Sushi-EssigMilder, leicht süsslicher Essig aus Reis, deutlich weniger scharf als Weinessig.Ersatz: Heller Apfelessig oder Weissweinessig, mit etwas Wasser verdünnt und mit einer Prise Zucker abgerundet, kommt nahe heran. Er schmeckt etwas fruchtiger und schärfer, für Sushi-Reis und feine Marinaden fällt der Unterschied am deutlichsten auf.Mehr dazu
- 60 gZuckeretwa die Hälfte für den Sushi-Essig, die Hälfte für den Sud der Tofutaschen
- 1½ TLSalzfür den Sushi-Essig
- 2 ELSesamgeröstet, in den Reis gemischt
- 2 ELSojasaucefür den Sud der Tofutaschen
- 400 mlSud für die Tofutaschen; in einer Quelle nur WasserJapanische Grundbrühe, meist aus Kombu-Seetang und getrockneten Bonitoflocken gezogen: klar, leicht rauchig, mit tiefem Umami.Ersatz: Am nächsten kommt Instant-Dashi aus Granulat oder Beuteln; es ist meist salziger und etwas flacher, also beim Würzen zurückhaltend sein. Für eine vegetarische Fassung kann man Kombu und getrocknete Shiitake kalt einweichen. Hühner- oder Gemüsebrühe ist kein guter Ersatz: Sie bringt einen eigenen, schwereren Geschmack mit, und das Gericht schmeckt dann nicht mehr japanisch.Mehr dazu
- 1½ ELfür den SudSüsser japanischer Reiswein zum Kochen, der Saucen und Glasuren eine milde Süsse und Glanz gibt.Ersatz: Sake oder trockener Sherry mit etwas Zucker, etwa ein Teelöffel auf einen Esslöffel, kommt nahe heran; Süsse und Glanz stimmen dann ungefähr, die runde, leicht malzige Tiefe des Mirin fehlt.Mehr dazu
- 2 ELfür den Sud oder das ReiskochwasserJapanischer Reiswein, im Kochen vor allem zum Abrunden, Mildern von Fischgeruch und für Umami verwendet.Ersatz: Trockener Sherry oder chinesischer Shaoxing-Wein kommen am nächsten, bringen aber einen eigenen, kräftigeren Ton mit; Mirin ist kein Ersatz, weil er deutlich süss ist.Mehr dazu
- 5 gmit dem Reis mitgekocht, für Aroma (optional)Achtung: Kombu enthält sehr viel Jod und sollte deshalb vor allem zum Auskochen dienen und nicht in größeren Mengen gegessen werden, besonders bei Schilddrüsenerkrankungen.Getrockneter Seetang aus der Familie der Braunalgen, in festen, dunkelgrünen Platten; Grundlage für die japanische Brühe Dashi.Ersatz: Einen vollwertigen Ersatz gibt es nicht. Eine Prise Glutamat liefert die Würze, aber nicht den Meereston und die Tiefe; Instant-Dashi-Granulat schmeckt ähnlich, enthält aber meist Fisch und macht ein vegetarisches Gericht damit ungeeignet.Mehr dazu
Zubereitung
- Den Reis in einer Schüssel mehrfach mit kaltem Wasser waschen und das trübe Wasser jeweils abgießen, bis es klar bleibt. Anschließend gut abtropfen lassen.
- Den Reis mit der gleichen Menge Wasser in den Topf geben, nach Wunsch das Kombu zufügen, zugedeckt aufkochen und bei kleiner Hitze garen. Danach den Topf vom Herd nehmen und den Reis zugedeckt etwa 10 Minuten nachdampfen lassen. Das Kombu vor dem Auflockern herausnehmen und wegwerfen.
- Für den Sushi-Essig Reisessig, die Hälfte des Zuckers und das Salz verrühren und leicht erwärmen, bis sich Zucker und Salz gelöst haben.
- Die Aburaage halbieren, mit kochendem Wasser überbrühen oder kurz kochen, um das Frittieröl zu lösen, dann abschrecken und vorsichtig ausdrücken. Jede Hälfte an der Schnittkante behutsam zur Tasche öffnen, damit sie nicht reißt.
- Die Taschen mit Dashi, Sojasauce, Mirin, dem Sake und dem restlichen Zucker in einen flachen, weiten Topf legen und zugedeckt bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis sie den Sud fast vollständig aufgenommen haben. Im Sud abkühlen und durchziehen lassen, am besten über Nacht.
- Den heißen Reis in eine flache Schale geben, mit dem Essiggemisch begießen und mit einem Spatel schneidend unterheben, dabei fächeln, bis der Reis glänzt und Körpertemperatur hat. Den gerösteten Sesam unterheben.
- Den Reis portionieren und mit feuchten Händen zu länglichen, lockeren Ballen formen.
- Die Tofutaschen einzeln leicht ausdrücken, die Öffnung aufziehen und je einen Reisballen bis in die Ecken einfüllen. Die Ränder einklappen oder übereinanderlegen und die Taschen mit der Naht nach unten anrichten.
- Bei Zimmertemperatur servieren.
Tipps und Varianten
Mit fertig gewürzten Inari-Taschen aus dem Handel entfällt das Köcheln komplett. Statt reinem Reis lässt sich auch eine Füllung aus in Butter gebratenem Spargel und Zucchini verwenden, mit Sojasauce und Pfeffer gewürzt und mit Spargelspitzen obenauf. Hübsch ist die offene Variante: die Tasche nicht verschließen, sondern mit Lachsrogen, Garnelen, Eierstreifen, Gurke oder Lachs garnieren. Den Zucker kann man in Sud und Sushi-Essig durch kalorienfreien Süßstoff ersetzen; wer mag, frittiert Aburaage selbst aus dünn geschnittenem Tofu, zuerst bei 110–120 °C, dann bei 180–200 °C. Zum Servieren passen Shiso-Blätter und Sushi-Ingwer auf dem Teller, dazu süße Chilisauce.
Allergene
Enthält: Fisch, Glutenhaltiges Getreide, Sesam, Soja
Für dieses Rezept ist nicht jede Zutat geprüft; „ohne“ wird deshalb nicht zugesichert.
Die Angaben ergeben sich aus der Zutatenliste dieses Rezepts. Fertigprodukte und Marken können weitere Allergene enthalten — bitte prüfe die Verpackungen selbst.
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